Dachverband
Wie alles begann
Für große Aufregung unter den aktiven Fans sorgte der FC 2006, als er im Zuge der Sanktionen für den Trommelstockwurf in Hamburg neue Regeln für die Vergabe der Auswärtskarten erließ. Die Tickets sollten zum einen nur noch „personalisiert” abgegeben werden, also mit Namen versehen und gegen Vorlage des Personalausweises; zum anderen sollten Fanclubvorsitzende, die für ihre Mitglieder Auswärtskarten orderten, persönlich für Schäden haften, die diese Mitglieder rund um die Auswärtsfahrt und im Stadion anrichteten. Insbesondere die zweite Maßnahme bezüglich der Haftung der Fanclubvorsitzenden schien den aktiven Fans rechtlich unhaltbar und sorgte für ein Zusammenrücken der Fanclubs. In den Verhandlungen mit dem Verein über die Rücknahme der Sanktion konnte die aktive Szene so mit einer Stimme sprechen und schließlich Erfolg vermelden: Die Haftungsklausel wurde wieder gestrichen.
Gemeinsam stärker
Nicht nur die Fans, die regelmäßig in großer Zahl auswärts fahren und überwiegend den Support im Stadion organisieren, beteiligten sich an der Gegenwehr, auch viele traditionelle Fanclubs, die bisher keine Notwendigkeit sahen, sich zu organisieren, waren präsent. Die Vorbereitungsgespräche und das gemeinsame Erfolgserlebnis sorgten dafür, dass so manches fest gefügte Vorurteil über andere Gruppen ins Wanken geriet und Brücken gebaut wurden. Von dort war es nur noch ein kleiner Schritt, der Zusammenarbeit einen festen Rahmen zu geben: Nach dem informellen Zusammenschluss 2006 hoben Vertreter von rund 25 Fanclubs mit insgesamt über 1.600 Mitgliedern bei der Gründungsversammlung am 16.09.2007 schließlich auch offiziell den „Dachverband der aktiven Fanclubs des 1. FC Köln” aus der Taufe. Nach einigen bürokratischen Hürden ist der Dachverband seit Mitte August 2007 endlich auch beim Amtsgericht als eingetragener Verein („e.V.) registriert.
Damit hat die Kölner Fanszene nun eine zusätzliche feste Institution, die ihre fanpolitischen Anliegen vertritt – eine wichtige Ergänzung zu dem service-orientierten, vereinsnahen Fanprojekt von 1991 (5.200 Mitglieder) und dem sozialpädagogischen „Kölner Fanprojekt”-, und der FC einen festen Ansprechpartner, der mehr als nur einzelne Großgruppen vertritt.