Pro Fans

Von Pro 15:30 zu ProFans

ProFans ist ein bundesweiter Zusammenschluss verschiedener Fangruppen und -organisationen. Er entstand 2001 aus dem Kampf um die Beibehaltung der traditionellen Bundesliga-Anstoßzeiten und hieß daher ursprünglich Pro 15:30. Im Zuge der Vorbereitungen für die WM 2006 erlebten Fußballfans in Deutschland jedoch eine zunehmende Einengung ihrer Freiräume im und um die Stadien. Dinge und Verhaltensweisen, die früher als selbstverständliche Bestandteile der Fußballkultur wahrgenommen wurden, wurden zusehends kriminalisiert, Stadionverbote immer häufiger ausgesprochen, ohne dass jedoch die Kriterien dafür transparent und allgemeinverbindlich waren oder Betroffene Einspruchsmöglichkeiten hatten. Kurz gesagt: den Fans wurde der Freiraum zu einem gewissen Teil genommen. Auch der Erhalt der Stehplätze war ein zentrales Thema für die deutschen Fanszenen. Aus der Allgegenwärtigkeit dieser Probleme erwuchs die Einsicht, sich trotz aller Rivalitäten nur gemeinsam wehren zu können. ProFans sieht sich daher als bundesweite Interessenvertretung von und für Fans. Aktuell arbeitet man im intensiven Dialog mit dem DFB und der DFL sowie den Vereinen an der stetigen Verbesserung von Faninteressen.

Mehr Infos: www.profans.de / Ansprechpartner Köln: david.barr@fanclubs-koeln.de

Fanrechtefonds

Der Fanrechtefonds wurde gegründet, um Fans, die unberechtigt Stadionverbot erhalten haben oder im Rahmen von Fußballspielen unbeteiligt in Konflikte geraten sind, juristischen Beistand zu gewähren. Musterprozesse sollen nicht nur zur Aufhebung unberechtigter Stadionverbote führen, sondern auch helfen, die teils undurchsichtige Vergabepraxis bei Stadionverboten juristisch überprüfen zu lassen. Der Fanrechtefonds wird von zahlreichen Fangruppen wie BAFF und ProFans getragen, aber auch prominente Vertreter des Mikrokosmos Fußball wie Fank Rost (Torwart des Hamburger SV) oder Günther Koch (Radioreporter) sind Mitglieder im Beirat der Institution. Einen ersten Erfolg erzielte der Fonds, als der 1. FC Köln im November 2007 vom Amtsgericht Köln dazu verurteilt wurde, ein unrechtmäßiges Stadionverbot gegen einen Anhänger von Eintracht Frankfurt zurückzunehmen.

Mehr Infos: www.fanrechtefonds.de / Ansprechpartner Köln: david.barr@fanclubs-koeln.de

Fankongress in Leipzig (Juni 2007)

Im Juni 2007 luden DFB und DFL erstmals zu einem „Fankongress” nach Leipzig ein. In fünf Foren diskutierten Fanvertreter, Offizielle und Vertreter der Sicherheitskräfte dort über Fankultur (Stichworte: Fanutensilien, Spielansetzungen, Kommerzialisierung, Versitzplatzung, Meinungsfreiheit), Spannungsfelder (Datei Gewalttäter Sport, Stadionverbote), Fanbetreuung, Anti-Diskriminierung und Länderspiele. Eine ausführliche Zusammenfassung der Diskussionen und Forderungen aus Sicht der Fans findet sich unter www.profans.de/index.php?newsnr=119. Das bisher wohl wichtigste Ergebnis des Leipziger Dialogs dürften die geänderten Richtlinien zur Vergabe von Stadionverboten sein, die am 31. März 2008 in Kraft treten. Die Umsetzung weiterer Forderungen muss und wird in vielen Gesprächen mit Vereinen und lokalen Fanvertretern erarbeitet, da DFB und DFL den Vereinen bislang zu vielen Forderungen keine verbindlichen Vorgaben machen möchten; der Dialog mit den beiden übergeordneten Institutionen des deutschen Fußballs wird aber ebenfalls fortgesetzt.