Aktivitäten
Auswärtskartenregelung als Auslöser
Der Dachverband wurde im Jahr 2006 in Folge der Verschärfung der Kriterien zur Bestellung von Auswärtskarten ins Leben gerufen. In langen Verhandlungen mit dem Verein konnte der Dachverband damals unter Zuhilfenahme eines eigens dafür beauftragten Anwalts eine vor allem für die Fans tragbare Regelung erarbeiten, die aber auch den Bedürfnissen des Vereins Rechnung trug. Im Zuge der Verhandlungen interessierten sich ca. 120 Fanclubs für die Problematik und nahmen mit den Organisatoren des Dachverbands Kontakt auf.
Regelmäßige Gespräche mit dem Verein
In der Folgezeit nahm der Dachverband an mehreren Gesprächen mit dem Verein teil, in denen es sich um organisatorische Themen drehte. Wichtige Punkte waren hierbei beispielsweise die Vorgehensweise des Vereins bei Stadionverboten, erweiterte Rechte für die Auswärtsfans in Köln oder verbesserte Möglichkeiten für das Anbringen von Bannern im Kölner Stadion.
Zaunfahnenplätze im Stadion
Als Zwischenschritt wurde hier die Installation von Drahtseilen über den Plexiglasscheiben im Oberrang erreicht. Sicherlich keine optimale Lösung, da die Zaunfahnen nicht bei ihren Gruppen hängen und optisch nicht sehr stark hervorstechen – dennoch erst mal ein Schritt in die richtige Richtung. Wir rufen alle Fanclubs auf, ihre Zaunfahnen und Banner regelmäßig dort anzubringen – nicht nur, um die Mannschaft optisch zu unterstützen, sondern auch um dem Verein gegenüber den großen Bedarf an Zaunfahnenplätzen deutlich zu machen.
Verhältnis Fans-Mannschaft
Rund um den Vereinswechsel von Patrick Helmes kam es aufgrund der Reaktionen im Stadion zu Irritationen zwischen Fans und Verein. Diese führten zu mehreren Treffen mit Vereinsvertretern, Spielern und Fans. Hierbei nahm der Dachverband an allen Treffen teil und vertrat aktiv seine Sichtweise auf das Thema.
Aktuell sucht der Verein etwa viertel- bis halbjährlich den Austausch mit den Fanvertretern; an diesen Treffen nimmt der Dachverband ebenfalls regelmäßig teil.
Boykott gegen Paderborn (25. Februar 2007)
Als Zeichen und Mahnung an die Mannschaft organisierten die im Dachverband vertretenen Fanclubs beim Heimspiel gegen Paderborn am 25. Februar 2007 einen Boykott der ersten Halbzeit. Trotz schlechten Wetters beteiligten sich mehrere Tausend Fans hieran und dokumentierten gegenüber der Mannschaft und dem Verein das Missfallen über die teils unerklärlich schlechten Leistungen. Nicht organisierte Fans wurden mit Hilfe von Handzetteln im Stadion und via Presseerklärung über die Hintergründe des Boykotts aufgeklärt.
Vorkommnisse in Aue (05. April 2007) – Sicherheitsgespräche
Eine weitere wichtige Gelegenheit zur Mitarbeit waren die Gespräche in Folge der Vorkommnisse beim Auswärtsspiel in Aue am 5. April 2007. Der Dachverband nahm dabei an den Unterredungen mit der Polizei, der DFL und den Vereinen am 18. April 2007 in Zwickau teil und vertrat hierbei nach Kräften die betroffenen Fans und Fanclubs.
Um eine ähnliche Eskalation wie in Aue zu vermeiden, streben wir an, in Zukunft sogenannte Sicherheitsgespräche mit den Einsatzkräften und den beteiligten Vereinen VOR allen Auswärtsspielen durchzuführen. Diese haben in einigen Fällen (z.B. TSV 1860 München, TSV Alemannia Aachen, Spvgg. Greuther Fürth) auch bereits stattgefunden.
Überregionale Fanarbeit
Im Juni 2007 nahmen Mitglieder des Dachverbands am von DFB/DFL organisierten Fankongress in Leipzig teil, und brachten in den Arbeitsgruppen ihre Erfahrungen aktiv ein. Ein Ergebnis des Leipziger Fankongress sind die überarbeiteten Richtlinien zur Vergabe von Stadionverboten, die am 10. März 2008 herausgegeben wurden.
Darüber hinaus vertritt David Barr den Fanclubdachverband im überregionalen Fanzusammenschluss ProFans und im Beirat des Fanrechtefonds.
FARE-Aktionswoche (28.10.2007)
Im Rahmen der europaweiten Aktionswochen gegen Rassismus und Diskriminierung, die jährlich vom FARE-Netzwerk veranstaltet werden, zeigte auch die Kölner Fanszene Flagge. Eine Ausstellung im Stadion beleuchtete unter dem Motto „Rassismus? Doch nicht bei uns!” kritisch die Haltung in der eigenen Anhängerschaft und im Verein und klärte über Symbolik, Kleidung und Gruppen der rechten Szene auf. Mit einer großen Spruchbandaktion bekannte sich die Südkurve zu Multikulturalität und Toleranz. Vor dem Spiel fand in Zusammenarbeit mit der Initiative „Köln kickt” ein Fußballturnier mit Mannschaften aus verschiedenen Jugendeinrichtungen statt, darüber hinaus luden wir in Kooperation mit dem ROM e.V. eine Gruppe Flüchtlingskinder zum Spiel ein. Außerdem fand in der Woche nach dem Aktionsspieltag eine Infoveranstaltung zur rechten Szene in Köln in den Räumlichkeiten des sozialpädagogischen Kölner Fan-Projekts statt.
Kommende Aktivitäten
Fanszene intern:
- Regelmäßige Treffen mit den Fanclubs, um die Kommunikationsstruktur untereinander zu verbessern
- Regelmäßige Informationen für FC-Fans und -Fanclubs über unsere Homepage und über Flyer im Müngersdorfer Stadion
Fans & FC:
- Verhandlungen mit dem 1. FC Köln über eine Verbesserung der bestehenden Regelung für Stadionverbote in Köln
- Einsatz für mehr Fahnenplätze in den Fankurven unseres Müngersdorfer Stadions
- Einsatz für die Anliegen von Gästefans im Allgemeinen – Gästefans sollten genauso behandelt werden wie Heimfans
- Regelmäßige Gespräche mit dem Verein bezüglich allen relevanten Fanthemen, um hier eine konstruktive und teils auch kritische Haltung zu repräsentieren
FC-Fans auswärts:
- Vor den Auswärtsspielen: Bekanntgabe, welche Materialien im Gästebereich des jeweiligen Stadions erlaubt sind
- Teilnahme an Gesprächen mit lokalen Sicherheitskräften, unmittelbar vor allen Auswärtsspielen (um unnötigen Geschehnissen wie denen beim Auswärtsspiel Aue im April 2007 vorzubeugen)
Überregionale Fanarbeit:
- Teilnahme an den aus dem Fankongress resultierenden Folgetreffen und weiteren überregionalen Fanveranstaltungen
- Teilnahme an der Faninitiative „Pro Fans”
- Einsatz für die Verbesserung der Stadionverbotsrichtlinien bundesweit