Goliaths Sieg im Dreiländereck

19. August 2010 | geschrieben von Fanclub-Dachverband

Der Auftakt der Saison führte den FC im Pokal nach Meuselwitz. Nie gehört? Kein Wunder. Das im „Dreiländereck“ Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt gelegene Städtchen konnte sich zum ersten Mal für den DFB-Pokal qualifizieren. Knapp 1700-2000 FC-Anhänger (darunter auch erfreulich viele Umlandfans) unterstützten ihren Verein beim ZFC Meuselwitz und hofften, im Osten Deutschlands nicht erneut Augenzeuge einer Pokalsensation unter Beteiligung des FC zu werden.

1700 FC-Fans unterstützen ihren Verein im Gästeblock (Quelle: wh96.de)

1700 FC-Fans unterstützten ihren Verein im Gästeblock (Quelle: wh96.de)

Die Liste der Ausrutscher bekannter Vereine in der ersten Pokalrunde ist lang – und mehrmals spielt der FC eine prominente Rolle darin. Ob nun Neu-Beckum, Magdeburg oder der Nebenplatz des Weserstadions – irgendwie scheint der FC Pokalsensationen magisch anzuziehen. Das für diesen Tag komplett fußballinteressierte Meuselwitz hoffte auf einen Sieg Davids über den kölschen Goliath – ein Gefühl, das der geneigte FC-Fan zuletzt in unseligen Zweitligazeiten zu spüren bekam. Trotz aller sportlicher Rivalität zeigten sich die Meuselwitzer den rheinischen Gästen gegenüber als gastfreundlicher Hausherr. Die Kontrollen der – zwar teilweise furchterregend aussehenden – Ordner waren nicht allzu harsch, im Block verkauften engagierte Helferinnen Obstbecher zu je einem Euro. Der durch andauernde Regenfälle durchweichte „Vorplatz“ der Tribüne wurde mit Stroh bedeckt – ein Anblick, der Bundesliga-Zuschauern in den durch und durch glatt gebügelten Arenen dieses Landes komplett fremd sein sollte.

Andauernde Regenfälle zwangen den Gastgeber zu kreativen Lösungen (Quelle: koelnsued.net)

Andauernde Regenfälle zwangen den Gastgeber zu kreativen Lösungen (Quelle: koelnsued.net)

Im Block gab es dann die ersten Überraschungen: Über die Sommerpause gab es nicht nur beim FC einige neue Spieler zu begutachten, sondern auch die aktive Fanszene veränderte sich. Zum einen heizte ein neues Gesicht auf dem Zaun der Meute ein, der seine Sache mehr als ordentlich erledigte. Zum anderen kehrten einige Jungs und Mädels nach aufgehobenen Stadionverboten in unsere Reihen zurück. Auch an dieser Stelle: Joot, dat ihr widder do seid! Ansonsten zeigte sich die Stimmung im Gästeblock durchwachsen. Mangels Gegenwehr wurde der eine oder andere Dauergesang angestimmt, durchweg laut konnte sich der Block allerdings nicht präsentieren. Ähnlich agierte die Mannschaft auf dem Platz: Mit einer nicht immer souveränen, aber letztlich ausreichenden Leistung zwang der kölsche Goliath den thüringischen David durch Tore des Eigengewächses Taner Yalcin und Milivoje Novakovic mit 2:0 in die Knie.

Choreografie der Meuselwitzer Gastgeber (Quelle: wh96.de)

Choreografie der Meuselwitzer Gastgeber (Quelle: wh96.de)

Nach Begrüßung der – leider immer noch zahlreich vorhandenen – Stadionverbotler traten die kölschen Fans ohne besondere Vorfälle den Heimweg in die 500km entfernte Heimat an. Schon auf der Rückfahrt wurde klar: Die Auslosung zur zweiten Pokalrunde am kommenden Samstag wird sicherlich mit Spannung verfolgt werden. Folgt ein weiteres Duell mit einem Außenseiter? Oder bekommt der FC, wie in der letzten Saison, ein Heimspiel? Lasst euch überraschen.

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