Rut op wieß – der Pressespiegel
9. April 2010 | geschrieben von Fanclub-DachverbandDie Bundesliga wird dieses Wochenende um ein Novum reicher: Erstmals in der Geschichte wird ein Gästeblock in einem Stadion während einer Bundesliga-Partie leer bleibem. Der FC muss in Sinsheim ohne eigene Anhänger antreten. Ganz ohne FC-Fans? Laut REVIERSPORT nicht. Mehr als 1000 rot-weiße Anhänger sollen im Besitz gültiger Karten außerhalb des Gästeblocks sein. Erfreulich zu sehen, dass der Autor zwei Originale der kölschen Fanszene befragt und zitiert hat. Wichtig ist aber folgende Feststellung: “Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass für das Fehlverhalten weniger eine ganze Fanszene bestraft wird.”
Trotz “Auswärtsverbot”: Über 1000 Kölner in Hoffenheim (reviersport.de)
Um genau gegen diese kollektive Bestrafung der Fans in Köln, Rostock, Berlin und Nürnberg zu protestieren, organisiert die Dortmunder Ultragruppierungen “The Unity”, “Desperados” und “Jubos” einen kreativen Protest beim Auswärtsspiel ihrer Borussia beim FSV Mainz 05. In den ersten 10 Minuten soll auf jeden akustischenund optischen Support verzichtet werden, die Fans sollen sich hinsetzen und eine Zeitung lesen. Damit soll anschaulich demonstriert werden, “wie leblos und langweilig der Fußball ohne eine lebendige Fankurve wäre”. Ein Zeichen, um sich gegen die aus ihrer Sicht zunehmende Entwicklung Richtung “Fußball wie in England” zu stellen.
Auswärts in Mainz (The Unity)
Dass ein Fußballstadion kein Mädchenpensionat ist, sollte trotz anders laufender Bemühungen hinlänglich bekannt sein. Dies gilt insbesondere natürlich für diejenigen, die (nicht gerade wenig) Geld in dieser Branche verdienen. Nicht nur in Köln bekommen Spieler, Trainer und Funktionäre den Unmut ihrer Anhänger auf deutliche und unverblümte Art und Weise zu spüren. Spätestens nach dem Vorfall in Hamburg, als HSV-Spieler Paolo Guerrero einen pöbelnden Anhänger per gezieltem Trinkflaschenwurf zum Schweigen brachte, ist auch die Diskussion, wie weit Zuschauer in ihren Unmutsbekundungen gehen dürfen, wieder hochaktuell. Stefan Giannakoulis stellt sich in seinem Kommentar die Frage, welches Recht ein Zuschauer mit seiner Eintrittskarte erwirbt und ob sich ein Spieler qua seines immensen Einkommens alles gefallen lassen muss.
Guerrero, die Flasche und der Fan: Ein Skandal ist das nicht! (ntv.de)