Rut op wieß – der Pressespiegel (2)
23. April 2010 | geschrieben von Fanclub-DachverbandDass Stadtverbote ein neues und beliebtes Mittel der Polizei bei der Bekämpfung der vermeintlich zunehmenden Gewalt im Rahmen der Fußballspiele darstellen, ist der aktiven Fanszene spätestens seit dem Hinrundenderby in Mönchengladbach bekannt. Kea Müttel beleuchtet für ihren Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger dieses präventive Instrument und lässt dabei die beteiligten Seiten (Fans, Verein sowie Polizei) zu Wort kommen. Leider bleiben in diesem sonst gelungenen Artikel das Spiel gegen Nürnberg und die aufgrund des angeblich bestehenden “feindschaftlichen Verhältnisses” beider Fangruppen ausgesprochenen Stadtverbot unerwähnt. Empfehlenswert ist auch das unter dem Artikel verlinkte Interview mit zwei Mitarbeitern des sozialpädagogischen Fanprojekts.
Sperrgebiet im Kölner Westen / “Das erschwert unsere Arbeit” (beide ksta.de)
Ein aktuelles Thema in Sachen “Fanpolitik” ist dagegen das “Maßnahmen-Paket für Sicherheit im Fußball”, das von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, DFB-Präsident Theo Zwanziger und DFL-Präsident Reinhard Rauball am heutigen Freitag vorgestellt werden sollte. Bereits vor Veröffentlichung des Inhalts regte sich vonseiten der Fanbündnisse Protest (siehe auch “Die runden Tische der DFL sind nicht rund”). Auf ksta.de beleuchtet Sportjournalist Ronny Blaschke die sportpolitischen Hintergründe der Sicherheitsdebatte.
Zwischen Repression und Sozialarbeit (ksta.de)
Im Rahmen dieser Diskussion um die Sicherheit bei Fußballspielen scheinen Politik, Polizei und Fußballverbände über den Kopf der Fans hinweg einen runden Tisch abzuhalten. Michael Gabriel, Leiter der Koordinierungsstelle für Fanprojekte, sieht dies kritisch: “Über Fans und nicht mit Fans zu reden ist grundsätzlich ein Fehler.” Er fordert mehr präventive Arbeit, um die Gewalt rund um die Stadien in den Griff zu kriegen.
Gewalt von Fußballfans – “Die größte Chance haben die Vereine” (faz.net)
Immer wiederkehrend sind die Diskussionen über Sinn und Unsinn sowie Rechtmäßigkeit der so genannten “Datei Gewalttäter Sport”. Christoph Ruf sieht in seinem Artikel die “Hooligan-Datei vor dem Aus. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat nun zum wiederholten Male die fehlende rechtliche Grundlage der Verbunddatei “Gewalttäter und Sport” moniert. Den Klagen mehrerer Karlsruher Fußballanhänger auf Löschung ihrer Daten wurde stattgegeben. In Nordrhein-Westfalen sowie Bayern ließen es die Länder nicht auf ein Gerichtsverfahren ankommen und löschten die Daten ohne Gerichtsbeschluss.
Rechtswidrige Datenspeicherung: Hooligan-Datei vor dem Aus (spiegel.de)