Belgische Begeisterung für den FC

22. April 2010 | geschrieben von Fanclub-Dachverband

Der Dachverband der aktiven Fanclubs besteht aus einem bunten Gemisch vieler verschiedener Fanclubs. Um euch diese Vielfalt näher zu bringen, möchten wir euch unsere Mitglieder und unsere Strukturen näher bringen und von daher einige unserer Mitgliedsfanclubs vorstellen. In loser Reihenfolge werden hier Interviews mit Mitgliedsfanclubs und deren Vertreter erscheinen. Den Anfang macht im Vorlauf ihres 10jährigen Jubiläums der ostbelgische Fanclub “Cologne Power East Belgium” mit ihren Vertretern Mario und Sandro.

fanclubs-koeln.de: Sagt doch erstmal etwas über euch, wie lange seid Ihr im Fanclub, welche Rolle nehmt Ihr ein und wie seid Ihr zum Fanclub gekommen?

Sandro: Ich bin seit Anfang bei Cologne Power East Belgium dabei und hatte im Oktober 1999 mit 2 weiteren FC-Fans auch die Idee zur Gründung eines aktiven Fanclubs in Belgien. Gegründet haben wir uns am 4. Februar 2000. Damals waren wir ungefähr 50 Mitglieder. Seitdem bin ich auch im 13köpfigen Vorstand unserer Gruppe tätig, momentan in der Rolle des Schriftführers.

Mario: Ich bin seit 2003 im Fanclub und seit letztem Jahr Präsident und auch erst seit letztem Jahr im Vorstand. Zum FC und zum Fanclub bin ich durch Freunde, vor allen Dingen durch unseren jetzigen Kassierer, gekommen, mit dem ich zusammen in einer Fußballmannschaft gespielt habe. Im Laufe der Zeit habe ich mich mehr und mehr für den Fanclub, für den Vorstand und für Arbeiten interessiert und so bin ich zur Präsidentenrolle gekommen.

Mario – seit 2003 CPEB-Mitglied, seit letztem Jahr CPEB-Präsident

fanclubs-koeln.de: Ist es typisch für Eure Region in Ostbelgien, dass viele Leute FC-Fans sind, oder vermehrt deutsche Vereine unterstützen?

Sandro: Ja. In unserer Region sind deutsche Medien und deutsches Fernsehen sehr verbreitet. Auch von der Sprache her achten wir eigentlich schon mehr auf Deutschland als auf Belgien und von daher ist es normal, dass drei Viertel der fußballorientierten Leute mehr Bezug zum deutschen Fußball, zur Bundesliga haben als zum belgischen Fußball. Und wenn man dann mal unterscheidet, da hält Köln schon die Oberhand. Natürlich gibt es auch Schalke, Bayern, Dortmund, wir haben auch einen Bremen-Fanclub und einen Hamburg-Fanclub in der Ecke, das ist schon ziemlich breit gefächert.

Mario: Bei uns ist es halt keine Fixierung auf den Erfolg, wie vielleicht bei anderen Fans. Für uns ist die Entfernung nach Köln auch nicht viel größer als die Entfernung nach Lüttich, dem nächsten belgischen Erstligisten. Man muss auch bedenken, obwohl wir aus einem anderen Land kommen, sind wir nicht viel weiter weg als Leute, die zum Beispiel aus dem Bergischen kommen. In einer Stunde sind wir meistens in Köln.

fanclubs-koeln.de: Ihr feiert in diesem Jahr 10jähriges Fanclub-Jubiläum, wie groß kann man sich euren Fanclub denn in etwa vorstellen?

Mario: Wir haben jetzt die 500er-Marke geknackt. Wir haben derzeit 503 Mitglieder, haben aber auch seit diesem Jahr eine Familienmitgliedschaft, so dass Familien günstiger bei uns Mitglied werden können als Einzelpersonen. Außerdem trennen wir die Jugendlichen von den Erwachsenen, bis 17 Jahren hat man auch vergünstigte Mitgliedschaften. Und als Mitglied erhält man gratis Fanartikel und Infoflyer von der Gruppe.

Cologne Power East Belgium – über 500 Mitglieder, eine Leidenschaft!

fanclubs-koeln.de: Wie steht Ihr dem Dachverband gegenüber, habt ihr Aufgaben, seid Ihr in den AGs organisiert?

Sandro: Wir waren von Anfang an dabei beim Dachverband, als es damals anfing wegen der personalisierten Auswärtskarten und auch bei vielen Treffen dabei. Das hat sich im Laufe der Zeit leider ein bisschen verflüchtigt, aber jetzt mit Mario als Präsident läuft es wieder besser. Er probiert bei jedem Treffen dabei zu sein, aber leider macht die Entfernung viel kaputt, weil es für uns schwierig ist bei den Monatstreffen da zu sein. Mit der Größe unseres Fanclubs sind auch viele bei uns so eingebunden, dass die Arbeit praktisch zum Hobby wird. Für viele von uns ist das schon wie ein halber Nebenjob. Deswegen sind wir halt momentan leider nicht in AGs vertreten, probieren aber uns im Forum aktiv einzubringen und bei Treffen regelmäßig anwesend zu sein.

Mario: Ja, das stimmt, mit der Arbeit ist es schon schwer, bei einer Stunde Fahrt nach Köln unter der Woche, Hin und Zurück sogar zwei. Auch bei Aktionen wie Spruchbänder malen ist es leider schwer, aber wir probieren uns auf jeden Fall zu beteiligen und uns generell in der Kölner Fanszene einzubringen.

Sandro: Die Idee hat uns von Anfang an gefallen und wir werden natürlich weiterhin am Ball bleiben.

fanclubs-koeln.de: Was glaubt Ihr, unterscheidet Euren Fanclub von anderen und lässt Ihn aus der Kölner Fanszene herausstechen?

Mario: Das ist eindeutig das Ausland. Also mir ist es nicht bekannt, dass es überhaupt in Deutschland, beziehungsweise von einem deutschen Verein einen so großen, aktiven, ausländischen Fanclub gibt. Ich denke mal, jeder Verein hat Fanclubs im Ausland, aber in dieser Größe, wir denken, dass wir im Mai die 550-Mitglieder-Grenze überschreiten, ist das schon immens. Wir haben seit unserer Gründung kein Spiel verpasst, immer sind Mitglieder dabei gewesen

Sandro: Ja genau. Wie die Familienmitgliedschaft vielleicht auch schließen lässt, sind wir als Fanclub sehr familiär. Wir sind keine Ultragruppe, obwohl wir auch einen kleinen Kreis von Leuten haben, die jedes Spiel sehen, aber wir machen auch viel, um die Jugendlichen zum FC zu bringen, bieten Busfahrten an, um die jüngeren für den FC zu interessieren. Für uns ist wichtig, dass die ganze Familie sich gemeinsam für den FC interessiert. Das unterscheidet uns, denke ich, von den Ultragruppen der Szene.

fanclubs-koeln.de: Ihr habt gesagt, ihr seid auswärts immer vertreten und zuhause auch. Wie kommt ihr zu den Spielen, bietet ihr Busse an? Eure Zaunfahne hängt im Oberrang der Südkurve, habt ihr noch andere Tifomaterialien?

Sandro: Zu Heimspielen fahren wir generell privat in Autos. Da sind wir zwischen 100 bis zu 250-300 Leute. Busfahrten gibt’s meistens zum letzten Heimspiel der Saison, da sind wir so 3 bis 4 Busse. Auswärts gibt es einen festen Kern von 30-40 Leuten, da bieten wir dann schon Busse an. Ab und zu fahren wir auch mal mit dem Zug oder beteiligen uns an anderen Szene-Anfahrten.

Mario: Ja, das stimmt. Wir beteiligen uns gerne an Dachverbands-Aktionen wie der Schifffahrt nach Leverkusen,oder auch Sonderzügen, so was interessiert uns sehr. Klar, die Sache in Leverkusen ist etwas daneben gegangen, aber an sich sind das immer schöne Aktionen, an denen wir uns auch gerne beteiligen. Eine gemeinsame Anreise nur unter FC-Fans ist auf jeden Fall etwas Positives.

Sandro: Also optisch sind wir bis auf die Zaunfahnen kaum präsent, also in Sachen Tifo und Spruchbändern, haben wir auch schon vereinzelte Dinge gemacht, jedoch nie so viel. Mein Ziel ist es schon, gerade in Sachen Spruchbänder aktiver zu werden. Vielleicht in naher Zukunft mal eine kleine Choreo, oder ein Intro zu organisieren. Aber es ist halt so, dass bei uns 10 Prozent der Mitglieder wirklich aktiv sind. Dann haben wir auch Kinder von 5 Jahren bis zu alten Leuten, die 80 sind. Die Interessen gehen halt bei uns auseinander und man muss probieren, alles unter einen Hut zu bekommen. Man muss immer einen Mittelweg finden.

Sandro: CPEB-Mitglied der ersten Stunde und aktiv im Vorstand des Fanclubs

fanclubs-koeln.de: Wie kann man Kontakt zu euch aufnehmen, mehr über euren Fanclub erfahren oder wo kann man euch finden?

Mario: Vor den Spielen sind wir immer im Doping, unten im Hochhaus an der Sporthochschule, da treffen wir uns immer alle, dann haben wir auch eine Hotline, eine eigene Handynummer, die immer zu erreichen ist, auch per SMS. Wir haben auch eine Homepage: www.colognepower.be . Also es ist wirklich kein Problem, uns zu erreichen.

Sandro: Bei Heimspielen sind wir mit größeren Gruppen auf Nord- und Süd-Oberrang sowie im Unterrang der Südkurve verteilt. Das hat sich noch aus der alten Stadionsituation ergeben, weil wir immer Leute hatten, die im alten Block 4 saßen, und Leute, die im Südoberrang saßen. Wir sind komischerweise kein Fanclub, der im Stadion zusammen sitzt. Die älteren Leute, die schon damals dabei waren, sind auch heute noch im Nord-Oberrang im Block N13. Die jüngeren Leute, so 20-25 Leute, sind im Block S3.

fanclubs-koeln.de: Im Sommer habt ihr euer 10-Jahres-Turnier, das auch die offizielle Fanclub-Meisterschaft des 1. FC Köln ist. Wie wird das da aussehen?

Mario: Ja, es sind noch Plätze frei. Wir probieren das Turnier groß aufzuziehen mit 48 Mannschaften und einem attraktiven Rahmenprogramm. Da gehen wir ans logistische Maximum. Wir machen Freitag und Samstag eine Feier mit Liveband und DJ, mit Junta Colonia. Am Sonntag werden wir hoffentlich vom FC Offizielle und Spieler begrüßen können und sonst probieren wir es für alle spannend zu gestalten, mit Kinderturnieren und Verlosungen, so dass es für alle attraktiv ist.

fanclubs-koeln.de: Vielen Dank für das Interview. Wir sehen uns!

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