Recht und Unrecht im Fanleben
19. Februar 2010 | geschrieben von Fanclub-DachverbandWenn einem etwas unangenehm und lästig ist, dann versteckt man es gerne, damit man sich darum keine Gedanken mehr machen muss. Wer kennt es nicht? Die Hausaufgaben werden beiseite gelegt und stattdessen der PC oder Fernseher an geschmissen, der Abwasch wird auf morgen verschoben…
Im größeren Ausmaß sieht es dann schon so aus: Seit einiger Zeit schon werden mehrmalige Ladendiebe, Obdachlose, Drogenabhängige oder andere so genannte „Randgruppen“ einer Stadt oder eines Stadtteils verwiesen. So wurden in Bonn zum Beispiel die Obdachlosen aus dem „Bonner Loch“ unter dem Hauptbahnhof vertrieben. Den Erfolg für die Stadt Bonn konnte man daran sehen, dass die Obdachlosen nun am Busbahnhof ihre Flaschen Bier trinken. Das Problem, das die Stadt Bonn zum Beispiel damit hatte, ihren Besuchern direkt das Gesindel der Stadt präsentieren zu müssen, hat sich durch diese Maßnahme nur verlagert.
Beim Fußball sind es die Stadionverbote, die verhängt werden. Unabhängig erstmal davon, dass gewiss nicht alle Stadionverbote gerechtfertigt sind; sind sie denn ein rechtes Mittel um zukünftig solche Situationen zu vermeiden?
Mit dieser Zwangsmaßnahme werden junge Männer (und Frauen) für mindestens ein Jahr aus ihrem gesellschaftlichen Umfeld gerissen. Für viele dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist der Fanclub oftmals eine Art Familienersatz. Der Zusammenhalt und die gemeinsamen Erlebnisse sind ihnen wichtig für das Selbstwertgefühl. Was passiert also mit so jemandem, wenn er aus diesem Gefüge gerissen wird?
In den kommenden Artikeln wollen wir Euch mit der Thematik Stadionverbote und andere staatliche Repressionen beim Fußball bekannt machen. Wenn ihr weiter Fragen zu den Themen habt, könnt ihr euch auch gerne an uns wenden.
Erste weitere Artikel zu dem Thema findet ihr hier und hier.