Immer wieder schön in Stuttgart
5. Oktober 2009 | geschrieben von Fanclub-DachverbandDas Auftaktprogramm des FC ist hammerhart. Auch der VfB Stuttgart wurde zu den schwer zu lösenden Aufgaben für unsere Mannschaft gezählt, das Spiel gar schon zum Test für den Trainer erklärt. Zu Unrecht, denn wir sind der Angstgegner des VfB, nicht umgekehrt. Seit 1996 hatte keine Kölner Mannschaft mehr ein Ligaspiel im Neckarstadion verloren – Grund genug für eine Mottotour samt Choreographie unter der Regie des Dachverbandes. Die Schwaben erwiesen sich dabei in jeder Hinsicht als freundliche Gastgeber.
Mit Papptafeln und Banner (ein Hoch auf unsere Top-Näherin vom Fanclub Kölsches Herzblut!) im Gepäck stand das Vorkommando, ein Team aus WH-Sektion Müngersdorf, Köln-Süd und der ortsansässigen Kolonie Süd, pünktlich um 12 Uhr vor den Toren des Neckarstadions und wartete auf den VfB-Fanbeauftragten, der uns in den Gästeblock begleiten sollte. Die dort ebenfalls versammelte Ordnerarmada glich optisch einem Black Block, mit dem nicht zu spaßen ist, doch die Zuständigen unterhielten sich ganz freundlich mit uns und ließen uns schließlich auch ohne jegliche Kontrollen zum Aufbau ins Stadioninnere.

Rund anderthalb Stunden lang legten wir Papptafeln und Infoflyer aus, bis wir wiederum höflich vor die Stadiontore gebeten wurden – Restmaterial durften wir am Eingang zwischenlagern -, nur um gleich wieder durch die Kartenkontrollen zurückzukehren.
Bis kurz vor Anpfiff blieb der Block erschreckend leer: Der gemeinsame Konvoi hatte sich verspätet und mit ihm auch das Mottobanner, das unterwegs für ein gemeinsames Szenegruppenphoto genutzt worden war. In allerletzter Minute fanden auch die Besatzungen der Busse, die sich bei der Ankunft in der Stadt trotz Kolonne verfahren hatten, den Weg in den Block, Banner an den Zaun, Papptafeln, Mannschaftseinlauf – bingo. Die erste gemeinsame Choreo der im Dachverband organisierten Fanclubs hatte ihren Weg ins Stadion erfolgreich hinter sich gebracht.

Auf dem Feld ging es dann ähnlich erfreulich weiter: Unsere Mannschaft kämpfte und erzwang immer wieder Fehler der lustlosen Stuttgarter, so dass Ehret schließlich in der 22. Minute Freis bedienen konnte, der unhaltbar für Lehmann einköpfte. Für den Badener im FC-Trikot sicher ein besonderer Höhepunkt, ausgerechnet gegen die Schwaben sein erstes Tor im FC-Trikot zu machen.
Weitere Konterchancen wurden sträflich ausgelassen, doch wog die gute Defensivarbeit das auf. Dementsprechend die Stimmung im Gästeblock: laut, laut, laut. Aber auch der harte Kern der gegnerischen Kurve unterstützte das Heinteam vorbildlich, während der Rest des Stuttgarter Publikums wie üblich schon früh begann zu pfeifen.
Gegen Ende der zweiten Halbzeit bequemte sich der VfB dann doch mal dazu, etwas mehr Druck zu entwickeln – allein Jens Lehmann wollte ein guter Gastgeber sein, ließ sich von Ishiaku den Ball abnehmen, der wiederum Sanou bediente. Williiii vollendete mit einem wunderbaren Lupfer aus 41,5 m und der Gästeblock explodierte.

Langer Rede, kurzer Sinn: Immer wieder gastfreundlich, die Schwaben. Ein Lob an dieser Stelle für den fanfreundlichen VfB, der uns bei der Choreodurchführung in jeder Hinsicht unterstützte, und an sein Team, das seinem ehemaligen Kapitän mit den drei Punkten ein wenig Ruhe bei den Kölner Boulevardmedien verschafft hat.