Rechter Lifestyle in Köln
5. Februar 2009 | geschrieben von Fanclub-DachverbandAm 28.01.2009 fand im Müngersdorfer Stadion eine vielbeachtete Veranstaltung zum Thema „Rechter Lifestyle im Fußball” statt, die von über 70 Interessierten besucht wurde. Aufhänger für die vom Netzwerk “1:0 – Kultur gegen Rassismus” organisierte Vortrags- und Diskussionsrunde war die Produktlinie der Marke Thor Steinar. Das Problem geht jedoch weit darüber hinaus.
Zu Beginn der Veranstaltung verschaffte Michael Weiss vom apabiz (antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.v.) den gut 70 Teilnehmern einen Überblick über rechte und neonazistische Modemarken, die Fußballfans bedienen und erklärte die Codierungen, mit denen rechte Politik in die Stadien getragen wird. Sie sind Ausdruck einer rassistischen und menschenverachtenden Ideologie, stiften Identität und dienen als Erkennungszeichen für andere rechtsorientierte Fans.
in die Stadien und damit die Mitte der Gesellschaft zu versperren. Mit diesen Modemarken werden jährlich Millionenumsätze erzielt. Allein der Betreiber der Marke Thor Steinar, die Fa. Mediatex GmbH, unterhält ca. 70 weitere Markennamen. Gerade bei dieser Marke wird die politische Botschaft nicht immer auf den ersten Blick deutlich. Dies gilt ebenso für die verwendeten Symbole. Mit diesen Uneindeutigkeiten wird versucht, über den rechten Rand hinaus auch den Fussball- und Mainstreammarkt anzusprechen. Hierbei gilt es, den rechtsgerichteten Modemachern den Weg. Es gibt sicherlich Argumente, die Marke Thor Steinar im Kölner Stadion zu verbieten – die Probleme werden damit jedoch nicht gelöst. Zum einen würden von der Szene immer weitere Ersatzprodukte geschaffen (heißen sie nun „Erik And Sons”, „Sport frei!” oder wie auch immer), zum anderen würde man damit auch das Problem lediglich aussperren, nicht aber nachhaltig bekämpfen. So geht es um eine grundsätzlich andere Strategie: Diese besteht in permanenter Aufklärungs- und Präventionsarbeit und im Versuch, eine Selbstregulierung in Gang zu setzen. Statt lediglich Verbote auszusprechen, möchten wir ein Klima schaffen, in dem jegliches rechtes und diskriminierendes Gedankengut geächtet wird. Es muss klar und deutlich sein, dass Rassisten und Antisemiten keinen Platz in unserem Stadion und in unserer Stadt haben.
Darüber herrschte auch Einigkeit unter den Teilnehmern der Podiumsdiskussion im „Treffer”. Die Vertreter von Verein, vom Fan-Projekt 1. FC Köln, dem Dachverband und der „Wilden Horde” waren sich bewusst darüber, dass die Veranstaltung nur ein Schritt von vielen in der Diskussion um diese Thematik sein kann. Es gibt in der kölschen Fanszene bereits einige Projekte, die sich weitergehend mit der Problematik auseinandersetzen. Diese werden zukünftig enger zusammenrücken und Ihr Engagement verstärken. Das Bewusstsein der Stadionbesucher für den rechten “Lifestyle” muss geschärft werden. Köln gilt zwar nicht als Hochburg rechter Gewalt, jedoch kann man sich darauf nicht ausruhen! Getreu dem Motto “Arsch huh, Zäng ussenander”!