Erklärung und Aufruf des Dachverbands

30. Januar 2009 | geschrieben von Fanclub-Dachverband

Liebe Fanclubvorsitzende und FanclubvertreterInnen im Fanclub-Dachverband,

am 18.11.2008 informierte der 1. FC Köln, vertreten durch Rainer Mendel und Claus Horstmann, VertreterInnen des Fanprojekts (Thomas Mentz, Michael Sandmann) und des Fanclub-Dachverbandes (Helga Wolf, Holger Richter) über den aktuellen Stand der Sanktionen für den Verein hinsichtlich des unerlaubten Abbrennens von Feuerwerkskörpern (Bengalos, Rauch, Knallkörper aller Art), dem Werfen von Gegenständen in den Stadioninnenraum sowie sonstiger Vorkommnisse.

Der Sachstand stellt sich zur Zeit wie folgt dar:

Wie bekannt erhielt der Verein nach dem „Böllerwurf“ bzw. den Leuchtraketen in Leverkusen sowie dem Becherwurf beim Heimspiel gegen Bayern (von der Westtribüne) eine Geldstrafe von 23.000 Euro. DFB und DFL drohen dem Verein nun in aller Deutlichkeit mit der Sperre des Stehplatzbereichs Süd, der Sperre der Südkurve oder gar einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, sollten weitere Verstöße gegen die geltenden Regeln durch die Fans des 1.FC Köln erfolgen. Auf Deutsch: Egal, ob ob auswärts oder zu Hause, wenn es das nächste Mal brennt oder Gegenstände fliegen, bedeutet das: Geisterspiel beim nächsten Heimspiel.

Der Verein bittet uns als Dachverband mit ca. 2.500 organisierten Fans, dabei zu helfen, dass es nicht zu einer solchen Strafmaßnahme kommt. Dabei geht es nicht um populistische Kampagnen, sondern darum, Schaden vom Verein abzuwenden und auch in Zukunft unsere Mannschaft aktiv beim Spiel unterstützen zu können. Bei einer Sperrung der Südkurve wären wir nämlich die ersten, die nicht mehr dabei wären – was weder wir noch der Verein wollen. Deswegen möchten wir direkt mit Euch als Fanclubvertreter reden und das Bewusstsein für das Problem und unsere Ziele schärfen.

Gegenüber dem Verein haben wir als Vorstand des Fanclub-Dachverbandes für die bei uns organisierten Fanclubs erklärt, dass wir im Sinne der Selbstkontrolle der aktiven Fanszene darauf hinwirken wollen, dass das unkontrollierte Abbrennen von Feuerwerkskörpern, das Werfen von Gegenständen auf Spieler/Ordner/Spielfeld sowie sinnlose Gewalt im Umfeld von Spielen des 1.FC Köln zukünftig unterbleiben. Wir rufen Euch als Vertreter eurer Fanclubs auf, euren Einfluss direkt in eurem jeweiligen Fanclub, aber auch in Eurem Umfeld im Stadion geltend zu machen. Es kann und darf nicht sein, dass das „Vergnügen“ Einzelner, egal ob in Fanclubs organisiert oder nicht, über das Wohl unseres Vereins gestellt werden.

Unabhängig davon haben wir gegenüber dem Verein klargestellt, dass wir
1) nach wie vor für das kontrollierte Abbrennen von Feuerwerkskörpern votieren und das Ziel, dies legalisiert bei Spielen tun zu können, weiter verfolgen

2) große Probleme auch im Umfeld der nicht organisierten Fans sehen (Mitläufer etc.)

3) die Verhältnismäßigkeit der Strafen zu den Vorkommnissen unserer Meinung nach nicht gewahrt ist.

Damit die Diskussion auf breiter Basis geführt werden kann, haben sich Claus Horstmann und Rainer Mendel bereit erklärt, an unserem Mitgliedertreffen im Januar teilzunehmen, um dort die Situation zu erläutern und bei einer anschließenden Diskussion Rede und Antwort zu stehen.

Am Rande des Gesprächs informierte der Verein uns wie auf dem letzten Mitgliedertreffen gefordert im Detail über seine Stellungnahmen zum Auswärtsspiel in Leverkusen. Der 1. FC Köln hat gegenüber DFB und DFL ausführlich und in scharfer Form zu den skandalös dilettantischen Umständen, insbesondere rund um die Eingangsituation am Gästeblock, Stellung genommen. Von einer öffentlichen Stellungnahme nahm der Verein jedoch, auch ob der Umstände von den Rängen, Abstand.

Dachverband der aktiven Fanclubs des 1. FC Köln e.V.
Der Vorstand

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